FASTFOOD SURVIVAL GUIDE

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Die Fitness Saison hat begonnen, die Winterklamotten sind in der hintersten Ecke verstaut. Die Bikinizeit rückt näher und etliche Männeken gucken leicht illusioniert auf das, was unter der Hühnerbrust hängt und sich (von einigen Ehegattinnen liebevoll mit Bauchlein bezeichnet) Bierbauch, Ranzen und in den schlimmsten Fällen “Wampe” nennt.

Huch schon wieder zugenommen!

Wenn die Wage explodiert

Die Zeitungen und Magazine sind voll mit Diäten. Es gibt die Erbsendiät, die Sauerkraut-Diät, die “Ananas-Diät” und früher verpflichteten sich Heerscharen von jungen und mitteljungen Frauen (ältere Damen haben meist die Sinnlosigkeit dieses wilden alljährlichen mehrere Wochen andauernden Schlankheitswahn erkannt) die von Cosmopolition, Bild der Frau, Mädchen, Hör Zu, Gala oder tausend anderen Yellow Pess Blättern ausgedachten Schikanen aus zu probieren. Die Zeitschriften Diät eines Dr. Dinxbums gibt es bereits seit den 60er Jahren. Ich habe im Laufe der Jahre Frauen gesehen und gekannt, die sich (oder ihren Darm) durch diesen Wahnwitz regelrecht gequält - manchmal auch hingerichtet haben. Weinen

Heute isst und lebt die Menschheit bewusster und für all die jenigen, die immer noch nicht wissen, was und wie und weshalb überhaupt, gibt es jetzt solch schlaue Bücher und Sonderausgaben wie den Fastfood Survival Guide.

Der Fast Food Survival Guide

Im “Fast Food Survival Guide” gibt es interessante Geschichtchen und Tipps für alle, die mal vergleichen möchten zwischen halbwegs gesundem und gar nicht gesundem “Mampf”.Zunächst fällt das für ein Buch nicht oft gebräuchliche Format auf. Man möchte den Slogan aus einer bekannten Schokoladenwerbung verwenden: „Quadratisch, praktisch, gut“. Durch die 16,5 x 16,5 cm ist es klein genug, um in jeder Tasche oder in vielen Jackentaschen mitgenommen zu werden. Und wer abnehmen bzw. nicht zunehmen möchte, der sollte es auf jeden Fall bei seinem Besuch bei Mc und Co. oder beim Einkauf im Supermarkt dabei haben. An Hand des Inhaltsverzeichnisses kann man bequem nach Fast-Food- Restaurants oder Supermarkt-Produkten suchen und diese auch finden.

Am Anfang des Buchs stehen Grundsatzformeln, die auch die durchgeführte Tätigkeit berücksichtigen. Anschliessend werden besonders Figur günstige, aber auch „Finger-weg-Produkte“ empfohlen. Es folgen jeweils 4 Seiten eines Fast-Food-Restaurants, die in die Rubriken „iss dies!“ und „nicht das!“ gegliedert sind. Die Gerichte sind kurz und knackig beschrieben und z.T. auch mit witzigen Texten versehen. Das “Lammrückensteak mit Papa Asada” beispielsweise bekommt den Untertitel „ein schöner Rücken kann auch entzücken“ zugewiesen. Ob es das Lamm selbst oder gar ein Tierliebhaber für sehr witzig finden, lassen wir mal offen. Jedem kalorienreichem Gericht wird ein Kalorienarmes gegenübergestellt und jeder darf nun selbst entscheiden, ob er am nächsten Tag Angst vor der Waage haben muss, wie lange er sich zur Strafe sportlich betätigen darf (Tipps über Verbrennungswerte gibt es auch genügend) oder ob er sich weinend, hungrig und ohne Essen zur Türe hinausschleichen soll.

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Salat weniger Kalorien als “Pommes” hat. Gut - das wissen wir längst, aber können wir das wirklich zu oft lesen? Es gibt aber auch sehr oft überraschende Infos. Da liest man mit Schrecken, dass schon 100 Milliliter Sauce Béarnaise 550 Kalorien haben oder dass ein “Ceasar-Salat” mit 900 Kalorien schon fast nicht mehr den Namen Salat verdient. Es gibt auch ständig die Hinweise „Vorsicht Falle“ oder „Achtung, Kalorienbombe“, aber auch den „Gute Wahl“ – Ratgeber.

Interessant sind auch zahlreiche Infos zu Lokalen oder Gerichten. Wer hätte gedacht, dass ein schwedisches Möbelhaus auf Platz neun der grössten Gastronomie-Betriebe in Deutschland steht? Oder dass die Speise “Döner Kebap” auf deutsch „sich drehender Braten” heisst? Es gibt jede Menge Abnehm- und Einkauf-Tipps. Speisekarten von Restaurants verschiedener Nationalitäten werden zerpflückt und nach Kalorienmenge eingeteilt. Oh je, ein Glückskeks hat 40 Kalorien. Braucht man dieses Glück?

Die Einkaufs- oder auch Nichtempfehlungen für Convenience-Produkte sind übersichtlich gegenübergestellt und auf den letzten Seiten findet man sogar noch Tipps für die Supermarkt-Shopper.

Fazit: Ein wirklich gelungenes und informatives Büchlein für alle, die es doch mal eilig haben und sich schnell etwas Warmes in den Bauch einwerfen wollen. Für Leute, die fast immer in der Küche stehen und sich nur ein bis zweimal im Jahr einen Ausflug in die „Schnell-was-Warmes-Essen-Welt“ gönnen, ist das Buch allerdings überflüssig. Bleibt noch zu sagen: Guten Appetit!

(Rezension Fast Food Survival Guide: Frau Dr. Music am 16.05.10)

Schon gewusst, wo es die besten Mehrkornhörnchen gibt? Freut Euch auf den grossen exklusiven “Mehrkornhörnchen-Test”, den es ab 15. Oktober auf der musikverrueckten Seite von Dr. Music gibt. Mehrkornhörnchenverrueckt halt.

Come back 4 the great exclusive Mehrkornhörnchen-Test: 15 June 2010 Für alle Amerikaner: Marekornhornshion

Info: Habt Ihr gewusst, dass der Bierbauch in Österreich “Gössermuskel” genannt wird. “Gösser” ist der Name einer bekannten Brauerei.

Habt Ihr gewusst, dass es sich bei “Kuhle Wampe” nicht um eine Liebkosung der eigenen Freundin handelt, sondern um einen Motorradclub aus Aachen?

Habt Ihr gewusst, dass die Band TORFROCK dem lieben “Wampi” sogar einen kompletten Song gewidmet hat: “Rollos Wampe” heisst der Song. Wen der Text interessiert: http://www.golyr.de/torfrock/songtext-rollos-wampe-47015.html

Habt Ihr gewusst, dass mit der Berliner Wampe nicht der Bauch von Alex C. gemeint ist, sondern eine Diskothek in der Bismarckstrasse: www.diewampe.de

Dass eine Wampe auch umhauen kann, zeigt dieser folgende kurze Video-Clip:
http://www.clipfish.de/video/9708/

In diesem Sinne: Gutes Durchkommen bei der zukünftigen Frühjahrs-Diät und mit einem bayerischen Zungenbrecher verbleibe ich bis zum nexten Mal:
“Wann I mit meiner Wampen kannt, gangat i auf’d Kampenwand”